Zum Hauptinhalt springen

21.7.2019 Ankunft auf der Adolf-Pichler-Hütte, herzliche Begrüßung durch Karin und Andrea, Christian und Florian. Ladislaus Almásy "Schwimmer in der Wüste" gelesen. War mit Christian den Sandfang vom Wassereinlauf für die Turbine (Stromerzeugung) reinigen. Mehrere Ladungen Kies herausgeschaufelt und am Ende kam wieder richtig viel Wasser in den Einlauf. Auf der Hütte waren sie sehr glücklich und haben mich bestens versorgt. Noch lange in dem Almásy gelesen.

28.7.2019 Aufstieg zum Rastkogel war ziemlich harzig, musste viele Pausen machen. Oben viele Wolken, keine Sicht, Gipfelfoto und Abstieg. Irgendwann Weg verloren, über lange Schneefelder auf Sicht abgestiegen. Weiter unten wieder auf Wegspur gestoßen. Nebel wurde zunehmend dicker.

Irgendwo ein Schneehuhn mit Jungen aufgeschreckt. Die Mutter hatte ihre Jungen bei meinem Auftauchen eiligst zusammengetrieben und mich gleichzeitig abgelenkt. Sie lief mir voraus und verschwand dann hinter einem Felsen, als wir wohl weit genug vom Nest weg waren.

29.7.2019 Gestern Regen und Gewitter, heute Regen, Nebel, Wolken; habe Pfifferlinge gefunden; auf der Kellerjochhütte Dal (Linsengericht) Tiroler Art gegessen. Am Abend reißen die Wolken auf und zum Höhepunkt enorme Fernsicht über Wolkenbänken, 360° Blick, Sonnenuntergang und atemberaubend schön.

Texte in einem Buch über Shaolin gefunden: "Wenn Du Bambus malen willst, so sagt man in China, dann musst Du dein Leben lang Bambus malen. Dann kannst Du vielleicht Bambus malen."

"Achtsamkeit gegenüber sich selbst bedeutet, aus den riesigen zur Verfügung stehenden Mitteln ebenjenes zu gebrauchen, das der Situation angpasst ist."

14.7.2018 - Lizumer Hütte - Gestern nach Einweisung durch den Hüttenwirt (Glungezer Hütte) wegen Umkehrpunkten, Gehzeiten, Wetterlage. Nacht war katastrophal, wenig geschlafen, kurz nach 6 aufgestanden, draußen angezogen und gepackt. Sehr nette Venedigwanderer kennengelernt, mit denen ich über die 7-Summits der Tuxer Alpen ziehe.

16.7.2018 - Bin heute mit Cara aus London auf die Rastkogelspitze gestiegen und dann zur gleichnamigen Hütte gewandert.

18.7.2018 - Edelhütte - Fabian und Stefan kennengelernt; wir werden die Berliner Runde mit den gleichen Stationen gehen. ... Habe ungefähr die Hälfte der gesamten Tour geschafft. Heute morgen noch das Gefühl, der Rucksack ist schwerer geworden; dann ging es und die letzten zwei Stunden war ich im Flow.

 

15.7.2017 - Franz-Senn-Hütte - War ein langer Weg von der Adolf-Pichler-Hütte: 7,5 Stunden. Wird morgen nicht weniger. Hütte ist ziemlich gut belegt; habe Box 14; mit etwas Glück bleibt der Platz neben mir frei. Momentan sehr müde, Beine und Füsse machen sich bemerkbar. Alltag meldet sich selten. Bin während des Gehens eher mit dem Tritt, nicht stolpern oder ausrutschen, beschäftigt. Die Begegnungen gestern (Adolf-Pichler-Hütte) haben noch etwas nachgehallt; sind zwei phantastische Frauen, die die Hütte machen.

19.7.2017 - Habe einen Tipp erhalten: statt des direkten Weges zum Taschachhaus, den "Offenbacher Höhenweg" zu gehen. Im oberen Teil quert man den Riffelseeferner, steigt auf den Wurmtaler Kopf (3229 m) und dann über Geröll zum Taschachhaus ab. Habe eine nette Gruppe Holländer aus der Nähe von Den Haag kennengelernt. ... Mit den Vieren klappt es ganz gut, manchmal ist die Verständigung etwas schwierig. War auf alle Fälle die richtige Entscheidung, gemeinsam zu gehen.

22.7.2017 - Abgang vom Gepatschhaus 07:50. Heute morgen Abschied von den Holländern. Der Rucksack war schwer; der Abschied war sehr herzlich. Später dann x-mal vergegenwärtigen und auf den Schritt achten. Habe hier kein Netz, um Waltraud anzurufen, heute ist ihr großer Tag. Aperer Gletscherabgang, steiler Einstieg, dank Steigeisen guter Halt. Türkisblaue Lichtspiele im Eis, viel herumliegendes Geröll, mäandernde Wasserläufe. Irgendwann kam der Gedanke, wie ich hier wohl wieder herunterkomme. Am unteren Ende doch noch gestürzt und Hände aufgerissen, viel Matsch und Dreck abbekommen; dennoch beeindruckende Strecke. War dann doch froh, am Abend an der Hohenzollernhütte anzukommen.

25.7.2017 Im Schnee und Schneegstöber von der Heidelberger Hütte um 7 Uhr gestartet, keine Wegmarkierungen, kein Weg, querfeldein im Zickzack zum Joch gefunden; Weg wieder verloren und querfeldein Richtung Jamtalhütte; weiter unten Pfadspur gefolgt und nach 7 Stunden wildem Schneegestöber gut angekommen. Nettes Gespräch mit zwei Franzosen über Michel Foucault ...

 

19.7.2016 - Reutejoch (2750 m) - Schwerer Aufstieg über Schneefeld, zur Hälfte normaler Schnee, dann vereist, Steigeisen. Trotzdem mehrmals bis zur Hüfte in Schnee eingebrochen; letztes Stück über rutschigen Fels ...

23.7.2016 - Abgang von Saarbrückener Hütte um 07:26 Uhr. Sitze auf 2627 m auf einem glattgeschliffenen Felsen, eingerahmt von Schneefeldern und einem Gletscher. Vor mir einer der vielen Eisseen, in denen sich Schmelzwasser sammelt. Plätschern von Wasser, Murmeltierpfiffe. Irgendwie bin ich innerlich zur Ruhe gekommen. War gestern - wie die letzten Tage - früh im Bett und vor 6 Uhr aufgestanden. Jetzt geht es mir wieder viel besser, die Strapazen der ersten Tagen liegen hinter mir.

23.7.2016 - Tübinger Hütte - Schon gestern, beim Eintritt in dieses schöne Tal und den steilen Aufstieg auf den Radsattel (zwischen Wiesbadener und Saabrückener Hütte), ist eine innere Ruhe eingekehrt, die in den schwierigen Passagen und über Schneefelder hilfreich war. Mehr Gelassenheit. Vielleicht ist es das: Zeit haben. Was hatte ich von dieser Tour erwartet?

... Die ersten Tage waren vom Zeitgefühl her wie zu Beginn einer plötzlichen Krankheit: mit unverminderter Geschwindigkeit aus dem Berufsalltag in eine Ruhesituation gezwungen. So kam mir das jetzt vor. Das langsame Gehen, Atmen und Schnaufen, Ausruhen, in die Runde sehen, viele Alltagsdinge verschwanden. Als wäre etwas eingerastet. Die sportive Seite war in den Hintergrund getreten. Jetzt ist es das Erstaunen über diese Gelassenheit.

25.7.2016 - Tilisuna Hütte - Ca. 4 Stunden Aufstieg von Gargellen zur Titlisuna Hütte. Beim ersten Übergang eine Herde Steinböcke gesehen. Die letzten Kilometer zur Hütte durch Steinformationen à la Henry Moore gewandert. Ehemalige Korallenriffe mit teilweise bizarrem Formenspiel.

27.7.2016 - Mannheimer Hütte (2679 m) - Netter Empfang auf einer alten Hütte, Kaiserschmarrn gegessen, den ich mir schon auf dem riesigen Schneefeld des aperen Brandner Gletschers vorgestellt hatte. Auf dem Schneefeld hatte ich Angst, ich könnte einbrechen, im Nebel die Orientierung verlieren. Die Fußspur hatte ich verloren und die Sicht war schlecht. Für einen kurzen Moment riß dann doch der Nebel auf und ich konnte ca. 300 m weiter eine Fußspur erkennen; also war ich da schon fehlgelaufen ...

Peter Handke gelesen. "... Freud und Leid liegen nahe beinander. Auch Angst und Anerkennung, zwei der stärksten menschlichen Motive, sind hier besonders eng verknüpft."

12.7.2015 - Franz-Senn-Hütte. Habe Koje Nr. 7 zusammen mit vier anderen; Sprache? habe geduscht, ziemliche Muskelschmerzen im Trapez, ansonsten 7 1/2 Stunden-Etappe ganz gut gemeistert. Vor allem Hunger. Habe auf dem langen, einsamen Weg geweint und für meine Lieben Steine auf einen großen Steinblock abgelegt. War und ist sehr berührend.

13.7.2015 - Westfalenhaus, super Schlafplatz ergattert; heute gibt es Schnitzel und Reis. Weg war sehr anstrengend, nasse Socken, Sohlen usw. Hier gibt es sogar eine Sockenheizung. Habe ein Bett im Matratzenlager neben Marcel aus Braunschweig; geht ebenfalls alleine. Marcel schreibt Tagebuch für seine Oma, IT-Profi bei VW, netter Kerl, macht low-budget-Tour, liest Thoreau und ist an vielem sehr interessiert ...

18.7.2015 - Wenn morgen alles gut geht, habe ich um diese Zeit evtl. die Steinseehütte erreicht; denn für morgen ist ebenfalls so ein Unwetterdurchzug vorhergesagt. Wird vom Weg abhängen, sind jeweils 1350 m hoch und runter. Wenn es so ein Gekraxel wird wie gestern, dann wird es anstrengend ...

19.7.2015 - 19.30 Uhr an der Steinseehütte  angekommen; schwarze Route, schlecht markiert, Gelände weggeschwemmt, sehr lang und schwierig, wollte an der Schafhütte schon aufgeben. Nüsse, Magnesium, Wasser aus dem Bach. Jetzt habe ich HP gekriegt und bin satt, dazu 1/8 Zweigelt, dann duschen, Bett. Meine Speicher sind momentan komplett leer.

20.7.2015 - Hütte war ziemlich gut belegt; früh aufgestanden, schon ein paar Leute getroffen, die ebenfalls auf dem Weg zum Württemberger Haus sind. Tuch von Nora liegenlassen; schade, war ziemlich praktisch als Schweißtuch.

20.7.2015 - Sitze in der Hütte, habe im Bach geduscht, die Sonne ging weg und mir ist kalt geworden. Neben mir, vier Niederländer, Karten spielend. Habe Wäsche gewaschen und in der Sonne getrocknet. Habe Karten und Routen vor mir liegen; die Memminger Hütte ist Schnittpunkt von E4 und E5. Der Blumenbestimmer (sächsischer Dialekt) ist heute um morgen von der Ansbacher Hütte gestartet, war um die Mittagszeit in der Memminger Hütte und gegen 16 Uhr hier. Die beiden aus der Steiermark haben morgen denselben Weg nach der Ansbacher Hütte. Gehzeit ca. 10 Stunden.
Habe H. Knopflacher "Zurück zur Mobilität! - Anstöße zum Umdenken", Ueberreuter 2013, gelesen.

 

23.7.2015 - Auf dem Weg von der Ulmer Hütte zur Ravensburger Hütte - Der Weg durch das Skigebietum um die Ulmer Hütte, durch Zürs und dann Richtung Ravensburger Hütte - war fürchterlich, eine schreckliche Einöde, der jeder Charme einer alpinen Wiese, eines Kar, fehlte. Alles ist plattgewalzt, ausgespült und ohne Leben. Am Schlimmsten war es oberhalb der Ulmer Hütte. Doch jetzt scheine ich wieder in einer intakteren Alpenumgebung zu sein ...

24.7.2015 - Freiburger Hütte - Sitze an einem Tisch vor der Hütte im Schatten, in der Ferne die Doppelspitze der Silvretta und hatte jetzt kurz hintereinander vier Schweizer im Gespräch, jetzt zwei Ehepare, eines aus Reutlingen, zwei Österreicher, der eine hat eine Kirgisienreise mit wunderschönen Bildern gezeigt. Abendessen mit einer Frau aus Hannover, gab Linsen mit Würstle, läuft den Walserweg bis nach Galtür, Mann vor 1 1/2 Jahren gestorben. Geht die Tour alleine, weil sie niemand fand, der mit ihr gehen wollte. War ein angenehmes Abendessen, haben uns mit Handschlag verabschiedet ...

27.7.2015 - Zug nach Basel - Bin heute früh von Damüls mit dem Bus über Au und Melau Richtung Bregenz gefahren. In Melau hätte ich in die Linie nach Bregenz umsteigen müssen. Nun fuhren die beiden Busse hintereinander und so war ich der Annahme, an der hächsten Haltestelle den Bus noch wechseln zu können. Als der Bus hielt, stieg ich aus und mit mir stiegen eine Frau mit einem kleinen Mädchen ebenfalls aus. Die Frau bat mich auf ihr Kind und das Gepäck aufzupassen, weil sie an der letzten Halstestelle ihr Portemonaie hatte liegenlassen. Sie hat ein Auto gestoppt und war weg und ich stand nun mit Kind und Gepäck in einer Nothaltebucht. Das Kind hatte eine Tüte mit Aprikosen, die es vorsichtig hochhielt. Kurze Zeit später hielt ein Auto in der Nothaltebuch und die Mutter des Kindes sprang heraus, packte Koffer und Kind in das Auto und wollten weiterfahren. Am Ende war nun Karin, die Mutter des Kindes, das kleine Mädchen, die Fahrerin des Autos und ich mit großem Rucksack untergebracht und wir sind im nächsten größeren Ort bei der nächsten Bushaltestelle ausgeladen worden. Philippina mit den Aprikosen und Karin verabschiedeten sich sehr herzlich von mir und fuhren nun Richtung Salzburg weiter ...